18.10.2005: Nach langer Zeit komme ich endlich wieder dazu ins Tagebuch zu schreiben. Es gibt viel zu erzählen, doch in der letzten Zeit bin ich einfach nicht dazu gekommen. Auch aus dem Grund, weil mir keine neuen Bilder vorlagen. Ich habe meine Kamera verliehen und deshalb haben immer andere Bilder gemacht. Der Arnas hat selber auch eine Internetseite, hier könnt ihr euch noch mehr Bilder zu unserem neuesten Ausflug nach Shidu anschauen http://china.arnas.de/bilder18.htm Er hat wirklich super Bilder auch von anderen Orten in China gemacht, so z.B. vom Kaiserpalast, von der Uni oder auf seinem Trip nach Hongkong. So jetzt aber, was ich zu unserem Ausflug zu sagen habe.

Rückblick:Nach den schönen Tagen in Shenyang über die Tage des Nationalfeiertags mussten wir also am 8. und 9. Oktober wieder in die Schule, weil die Feiertage nur für 7 Tage ausgelegt waren. Eigentlich ja nichts außergewöhnliches, doch die beiden Tage waren Samstag und Sonntag. Man kann sich vorstellen, dass an diesen Tagen kaum einer in der Schule war. Da mein Zugticket sowieso erst für den 8. Oktober war hatte sich die Frage ob ich in die Schule gehen sollte sowieso schon erledigt. Mit der Miao bin ich dann an diesem Tag zurück nach Peking gefahren, wo wir dann noch zusammen einige Tage verbracht hatten. Und die Schule hatte dann auch schon wieder angefangen.

15.10.2005: Da das Wetter immer Kälter wurde, wollten wir die letzten schönen Tage noch einmal ausnützen, um in die Natur zu gehen. Aus dem Reiseführer vom Arnas hatten wir uns als Ziel "Shidu" (wird: Sch Du gelesen) ausgesucht. Auf einer Karte der Provinz Peking ist das ganz im Südwesten. Zum Verleich, Der rosa Bereich auf der Karte ist Peking Stadt, die ganze Karte stellt die Provinz Peking dar. Ich wohne aber ziemlich in der Mitte des rosa Bereichs.

Bis wir aber in Shidu waren war es ein kleines Abenteuer. Um zeitig an zu kommen sind die Michaela und ich schon um 6 Uhr von der Universität nach Fuchengmen gefahren, das ist eine Haltestelle in der Stadtmitte wo wir uns mit Arnas treffen wollten. Mit der Buslinie 4 sind wir in einer knappen halben Stunde angekommen und waren sogar noch früher da, so dass wir uns an einem der Stände, die gerade ihre Herdplatten aufgeheißt hatten einen Jianming kaufen. Das ist sozusagen ein Pfannkuchen in den verschiedene Sachen eingepackt werden, schmeckt lecker uns ist super als Frühstück geeignet. Da es auch Döner zu Essen gab, hat sich Michaela dafür entschieden, sah aber nicht so lecker aus wie bei uns zu Hause.
Und schon bald haben wir uns mit dem Arnas getroffen. An der Bushaltestelle wo ausdrücklich stand, dass der Bus von dort aus nach Shidu fahren sollte, hat man uns dann gesagt, dass der Bus von Qianmen, also noch weiter in der Stadtmitte fahren sollte. Dann haben wir uns erst mal in ein Taxi geschwungen um noch rechtzeitig zu kommen. Am Qianmen angekommen wurde uns mitgeteilt, dass der Bus von Dechengmen abfahren solle. Das war uns aber dann zu blöd. Wir fuhren dann mit dem Taxi weiter zum Südbahnhof, um dort einen Zug nach Shidu zu bekommen. Aber das war auch ein Reinfall, denn es fuhren nur 2 Züge am Tag, einer um kurz nach 6 und einer abends nach 5. Dank Arnas Reiseführer konnten wir dann aber doch noch einen Bus zu unserem Reiseziel finden. Der 917 konnte uns dann ab der Haltestelle Tianqiao weiterhelfen. Und die Busse dort fahren dauernd und ich sage mal in min. 1 Stunde Abständen. Rein in den Bus und für die Fahrt 12 Yuan bezahlt. Mit dem anderen Bus hätte es 25 Yuan gekostet, so hatten wir auch noch Geld gespart. Im Bus haben wir uns erst einmal von dem anstrengenden Anfahrtsweg zurückgelegt und haben ein bißchen geschlafen, so gut es halt ging. Wer hätte denn gedacht, dass die Fahrt fast 3 Stunden dauern würde. Aber der tolle Anblick der Landschaft hat uns dann für die lange Fahrt entschädigt.

In Serpentinen sind wir dann durch mehrere Dörfer gefahren. Yidu, Erdu, Sandu... also die Städte mit den Namen 1 Du, 2 Du, 3 Du ..., bis wir schließlich im 10 Dorf angekommen waren. Wir waren richtig auf dem Land angekommen. Eben in einem touristisch erschlossenen Gebiet mit Karsbergen. Die Attraktion hier nun war, dass man Bungee Jumping machen konnte. Arnas wollte mich auch dazu überreden, doch das habe ich dann lieber mal gelassen. Er ist dann alleine für 175 Yuan, also bißchen mehr als 15 EUR mit einer Seilbahn hochgefahren und hat sich auf einen Turm gestellt. Seine Videokamera hat er mir so lange überlassen. Zur Vorsicht habe ich ihn dann noch gefragt, ob in solchen Fällen die Auslandskrankenversicherung einspringt, wenn man sich absichtlich mit einem Seil am Fuß von einem Berg herunterstützt (Ausrüstung war ausdrücklich von Neu Seeland). Er meine ja, na gut, und dann war er auch schon auf dem Weg. Die Bilder gibs hier:

Da springt er in die Tiefe...und kommt auch schon gleich wieder nach oben. Da pendelt er dann in der Luft und wird unten von einem Mann im Schlauchboot eingefangen. Zurück an Land ist Arnas überglücklich...

Aber das sollte es noch nicht gewesen sein. Mit einem kleinen Auto haben wir uns für 10 Kuai an eine andere Touristenattraktion fahren lassen. Man konnte für 28 Yuan in einen Park gehen und dort zu Fuß einen Weg beschreiten, der uns auf die Spitze der Berge führte. Doch zuerst mussten wir eine Brücke überwinden, die durch die Schritte der Leute so in Schwingung versetzt wurde, dass man sich festhalten musste, um nicht umzufallen. Da wurde es mir dann doch an einigen Stellen ein bißchen Angst. Auf dem Rückweg sind Arnas und ich auf der Menschenleeren Brücke dann in 1 Minute von einem Ende zum anderen gerannt, ganz schmerzlos.

Über Wege und Treppen, vorbei an Wasserfällen haben wir uns zu dritt dann auf den Weg zum Gipfel des Berges gemacht. Anstrengend, doch der weite Weg von 1,5 Stunden nach oben hat sich gelohnt, auch wenn ich auf dem Bild vielleicht nicht so schaue.

Leider konnte die Kamera nicht festhalten, dass im Hintergrund bis zum Horizont Berge zu sehen waren. Einfach schön!

Auf em Gipfel dann wurde es auch schon langsam dunkler und wir haben uns auf den Weg nach unten gemacht, der dann wieder in den Anfangsweg gemündet hat. Am Ausgang haben auch schon die Leute mit dem Auto gewartet, die uns dann wieder heil am Bus angebracht hatten. Tot müde haben wir uns in den Bus geschungen und in 3 Stunden hat er uns wieder in die Stadt gebracht. Zu Abend haben wir dann in der Stadt gegessen, bis die Michaela und ich dann mit der U-Bahn zur Uni zurück gefahren sind. Schön wars!

16.10.2005: Meinen Geburtstag am Sonntag haben wir damit verbracht, dass wir nach dem Aufstehen mit Einkaufen verbracht haben. In einer französischen Superparktkette Carfour haben Michaels, Sebastian und ich die Sachen für die Geburtstagsparty am Abend gekauft. Und man glaubt nicht wie schnell die Zeit beim Einkaufen dort vergeht. Um halb fünf abends sind wir voll bepackt herausgekommen.

Den Geburtstag selber konnten wir in Dianas Zimmer feiern, weil sie ein Einzelzimmer hatte. Es gab Pizza vom Pizzaservice und sie haben für mich eine tolle Torte besorgt, mit meinem Namen drauf. Bilder folgen später. ich war ganz gerührt. Echt super. Sebastian hat uns dreien, Michaela, Andreas und mir auch eine tolle Torte spendiert. Wir drei haben unsere Geburtstagsparty einfach zusammengelegt, so gings in einem. Die Bilder muss ich aber noch zusammensammeln, da ich ja meinen Foto verliehen hatte.

Die neue Woche: ist auch schon wieder in der Mitte angekommen, und so gehen auch die Tage ins Land...